Erste Mannschaft - Saison 2026 (Regionalliga Süd)


Spielführer und Ansprechpartner unserer 1. Mannschaft sind Diego und Danny.
Sie stehen euch bei Fragen und Anregungen gern zur Verfügung.


Mitglieder der ersten Mannschaft des 1. Boules Club "Pétanque" Bad Godesberg e.V. im Jahr 2026:

Drei Jahre gewartet, einen Tag geliefert: Bonn-Bad Godesberg steigt in die NRW-Liga auf

Ein 4:1 gegen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer BC Köln, anschließend ein 5:0 gegen Gastgeber Krefeld – und am Ende endlich der Aufstieg. Für die erste Mannschaft von Bonn-Bad Godesberg endete am letzten Ligaspieltag eine Geschichte, die sich über mehrere Jahre gezogen hatte. Mit Druck, kleinen taktischen Kniffen, einem Palet auf zehn Meter, viel Gelächter – und am Ende auch ein paar Freudentränen.

Manchmal fehlt im Pétanque nicht viel.
Eine Kugel. Eine Aufnahme. Ein einziges Doublette.

Genau so hatte es sich für die erste Mannschaft von Bonn-Bad Godesberg in den vergangenen Jahren immer wieder angefühlt. Seit mehr als drei Jahren war das Ziel klar: raus aus der Regionalliga Süd, hoch in die NRW-Liga. Und immer wieder war die Mannschaft nah dran gewesen. Sehr nah.

Auch sportlich gab es wenig Grund, sich zu verstecken. Im Team steckt reichlich Erfahrung aus Bundesliga, NRW-Kader, Landes- und Deutschen Meisterschaften. Flo Heinzerling, heute beruflich als Lehrer und Familienvater deutlich weniger aktiv als früher, spielte einst sogar für die deutsche Nationalmannschaft. Trotzdem ist das Godesberger Urgestein seit Jahren zur Stelle, wenn die Mannschaft ihn braucht.

Danny Griesberg bringt ebenfalls reichlich Kader-, Bundesliga- und Landesmeisterschaftserfahrung mit. Leo Dawidov, der schon als Jugendlicher im NRW-Kader spielte und nach längerer Pause seit rund drei Jahren wieder fest zur Mannschaft gehört, komplettiert einen Teil dieser erfahrenen Achse.

Dazu kommt Nouredinne Charfi, der internationale Erfahrung mitbringt und technisch auf einem außergewöhnlich hohen Niveau spielt. Angelika Charfi ist mit ihrem enormen Engagement und ihrer großen Motivation längst ein fester Bestandteil der Mannschaft. Mit ihrer zuverlässigen Art, ihrer konstanten Einsatzbereitschaft und ihrem Beitrag auf und neben dem Terrain ist auch sie eine wichtige Säule des gemeinsamen Erfolgs. Micha Wolter, seit zehn Jahren Präsident des Vereins, sowie Amir Sartagh, der erst seit wenigen Jahren Pétanque spielt, sich aber insbesondere in den vergangenen Spieltagen enorm entwickelt hat, komplettieren das Team.

Kurz gesagt: Die Mannschaft wusste, was sie kann.
Und genau das machte die Sache manchmal nicht einfacher.
Denn je höher die eigene Erwartung, desto größer kann auch der Druck werden.
Mit einer kleinen Wunde im Gepäck
Kurz vor dem entscheidenden Ligawochenende hatte ein Teil der Mannschaft gemeinsam mit Spielern aus der zweiten und dritten Mannschaft noch einen kleinen sportlichen Dämpfer hinnehmen müssen. Im BPV Cup war gegen Aachen ganz knapp Endstation gewesen.
Die Niederlage steckte noch ein wenig in den Knochen.
Trotzdem war die Stimmung auf der Fahrt nach Krefeld erstaunlich locker. Es wurde gelacht, gescherzt – und vielleicht war genau das wichtig.
Krefeld bot dafür ohnehin einen würdigen Rahmen. Schöne Terrains, kurze Wege, gute Verpflegung, ordentliche Sanitäranlagen und unkomplizierte Parkmöglichkeiten: ein Ligaspieltag, wie man ihn als Spieler gerne hat.
Sportlich allerdings gab es nichts zu verschenken.
Die Ausgangslage war glasklar: BC Köln 1 war mit 7:0 Begegnungssiegen Tabellenführer und hatte bis dahin keine einzige Runde verloren. Bonn-Bad Godesberg lag mit 6:1 dahinter.
Dabei sprach fast jede weitere Zahl für Godesberg.
Mehr gewonnene Einzelspiele. Eine deutlich bessere Spieldifferenz. Eine erheblich bessere Kugeldifferenz.
Nur eben dieser eine Begegnungssieg fehlte.
Und ausgerechnet jetzt ging es im direkten Duell gegen Köln.

Ein Sieg war Pflicht
Da der eigentliche Mannschaftskapitän Diego derzeit in Spanien mit seinem Grundstück beschäftigt ist, übernahm Leo an diesem Tag die Kapitänsrolle.

Die Triplette-Aufstellung gegen Köln:
Mixte: Danny, Angelika und Leo.
Herren: Nouredinne, Flo und Micha.

Amir blieb zunächst draußen, beobachtete die Partien und stand jederzeit bereit.

Das Herren-Triplette kam besser in den Morgen. Obwohl die Godesberger Mannschaft traditionell nicht unbedingt dafür bekannt ist, morgens umgehend ihre beste Pétanque-Version auf den Platz zu stellen, reichte die Leistung für den ersten wichtigen Punkt.
1:0.
Im Mixte entwickelte sich dagegen genau das Spiel, das man an so einem Tag eigentlich nicht braucht.
Eng. Nervös. Ausgeglichen.
Danny, Angelika und Leo fanden nie vollständig in ihren Rhythmus – und trotzdem stand es am Ende 11:12.
Dann kam die letzte Aufnahme.
Die Godesberger hatten den Punkt liegen. Das 12:12 lag praktisch auf dem Boden.
Der Gegner schoss die Zielkugel.
Doch die Sau ging nicht ins Aus.
Stattdessen rollte sie weit nach hinten und blieb bei ungefähr elf Metern liegen. Und plötzlich wurde eine vorher völlig ungefährliche gegnerische Kugel, rund 30 Zentimeter vor der Zielkugel, zur möglichen 13.
Was tun?
Schießen?
Oder versuchen zu legen?
Leo entschied sich zunächst gegen den Schuss. Zu groß erschien die Gefahr, mit einem Treffer möglicherweise auch die Zielkugel aus dem Feld zu befördern und damit die Aufnahme zu annullieren.
Angelika sollte legen.
Die Kugel kam.
Zu kurz.
Dann musste Leo doch schießen.
Erster Versuch – ebenfalls zu kurz, die eigene Kugel getroffen.
Zweiter Versuch – Loch.
Jetzt lag plötzlich der gesamte Druck bei Danny.
Doch auch er konnte die Situation mit seinen letzten beiden Kugeln nicht mehr drehen.
11:13.

Statt mit einem beruhigenden 2:0 ging es mit 1:1 in die Doublettes.

Und damit war die Rechnung einfach:
Zwei Siege mussten her.
Drei Doublettes. Zwei davon müssen gewinnen.

Die Aufstellung:
Flo und Micha.
Danny und Nouredinne.
Angelika und Leo.

Flo und Micha lieferten früh.
Das Duo, das manchmal vielleicht weniger Aufmerksamkeit bekommt als die großen Namen der Mannschaft, zeigte erneut, warum man es niemals unterschätzen darf.
Sieg.

2:1 für Godesberg.

Während Angelika und Leo in ihrem Mixte noch mitten in einem offenen Spiel steckten, ging der Blick immer wieder hinüber zu Danny und Nouredinne.
Dann war es plötzlich vorbei.
Auch sie hatten gewonnen.

3:1.

Für einen kurzen Moment musste man das erst einmal realisieren.
Köln hatte bis zu diesem Tag keine einzige Begegnung verloren.

Jetzt stand fest:
Bonn-Bad Godesberg hatte dem Tabellenführer die erste Niederlage der Saison beigebracht.
Und genau in diesem Moment fiel im Mixte sichtbar der Druck ab.

Leo, der zuvor beim Schießen einige hauchdünne Löcher produziert hatte und erst ab der vierten oder fünften Aufnahme langsam auf Betriebstemperatur gekommen war, spielte plötzlich deutlich freier.
Angelika ebenfalls.
Was vorher Arbeit gewesen war, begann zu fließen.
Auch dieses Doublette ging an Godesberg.

4:1 gegen BC Köln.

Der bis dahin ungeschlagene Tabellenführer war geschlagen.
Und die Tür zur NRW-Liga stand plötzlich weit offen.

„Irgendwie kommen wir nicht in den Flow“
Trotzdem war noch eine Begegnung zu spielen.

Und Gastgeber Krefeld war keinesfalls ein Gegner, den man nach diesem emotionalen Höhepunkt einfach nebenbei besiegt.
Die Frage kam schnell auf:
Umstellen oder alles lassen?
Die Antwort des Kapitäns: nichts verändern.
Also wieder dieselben Triplettes.

Nouredinne, Flo und Micha kamen gut in ihre Partie und erspielten sich früh einen deutlichen Vorsprung.
Im Mixte sah die Sache anders aus.
Danny, Angelika und Leo steckten erneut in einer engen Begegnung. Beim Stand von ungefähr 6:7 waren alle Kugeln gespielt, und es blieb kurz Zeit, zur Seite zu gehen.
Danny und Leo kennen sich seit einer Ewigkeit. Danny hatte Leo einst selbst das Boulespielen beigebracht. Beide kennen die Stärken des anderen – und beide merkten dasselbe.
Schließlich sprach es einer aus:
„Irgendwie kommen wir nicht in den Flow.“
Kurzer Blick.
Kurzes Grinsen.
„Der Flo ist ja auch nicht drin.“
Das kleine Wortspiel löste zumindest für einen Moment die Spannung.
Dann wurde es wieder sportlich.
Leo stellte die Frage ganz offen: Muss Amir rein? Für ihn? Für Danny? Muss irgendetwas verändert werden, damit diese Partie endlich kippt?
Danny hatte eine andere Idee.
Positionen wechseln.
Also ging Danny nach vorne auf die Eins und übernahm das Legen. Angelika rückte auf die Zwei, Leo blieb als Tireur auf der Drei.
Eine kleine Veränderung.
Aber plötzlich war etwas anders.
Danny legte zwei Kugeln.
Punkt.
In der nächsten Aufnahme legte er eine Kugel – und Leo stoppte ihn.
Die zweite bleibt in der Hand.
Angelika übernimmt.
Eine für ein klassisches Triplette durchaus ungewöhnliche Verteilung. Aber in diesem Moment ging es nicht darum, irgendeinem Lehrbuch zu folgen.
Es ging darum, die Aufnahme zu kontrollieren.
Und es funktionierte.
Nach wenigen Aufnahmen konnte das Team sogar wieder in seine ursprünglichen Rollen zurückkehren.
Angelika auf die Eins.
Danny in die Mitte.
Leo auf die Drei.
Der Rhythmus war wieder da.
Zehn Meter. Ruhe bitte.
Der Gegner versuchte anschließend immer wieder, die Zielkugel an die Grenzen der erlaubten Distanz zu bringen.
Mal knapp über sechs Meter.
Dann wieder fast exakt zehn.
Teilweise wurde nachgemessen.
Der Plan war erkennbar: dem Tireur die Arbeit so schwer wie möglich machen.
Dann lag die Sau wieder hinten.
Rund zehn Meter.
Leo stand im Kreis und bereitete seinen Schuss vor.
Hinter ihm saßen inzwischen die Mannschaftskollegen, deren Triplette bereits gewonnen war.
Die Stimmung dort war entsprechend gut.
Vielleicht etwas zu gut.
Gelächter. Handy. Gekicher.
Leo brach seinen Bewegungsablauf ab.
Drehte sich um.
„Schhh!“
Für einen kurzen Augenblick herrschte Stille.
Die Kollegen entschuldigten sich sofort. Leo musste selbst lachen. Schließlich erlebt man es beim Pétanque häufiger, dass Gegner, Zuschauer oder Passanten einen Schützen aus dem Rhythmus bringen.
Dass es diesmal die eigene Mannschaft war, hatte wiederum auch etwas Besonderes.
Also zurück in den Kreis.
Konzentrieren.
Arm zurück.
Schuss.
Klack.
Die gegnerische Kugel flog weg.
Und die eigene blieb liegen.
Palet auf zehn Meter.

Das war der Moment, in dem das Spiel endgültig kippte.
Kurze Zeit später war auch dieses Triplette gewonnen.
Never change a winning team

Vor den abschließenden Doublettes meldete sich Amir zu Wort.
Er hatte den gesamten Tag von außen beobachtet, unterstützt, analysiert und war damit deutlich mehr als nur der Spieler, der auf einen möglichen Einsatz wartete.

Seine einfache Empfehlung:
Never change a winning team.
Oder, wie er sinngemäß ergänzte:
Ein System, das rollt, sollte man nicht stoppen.

Also wieder:
Flo und Micha.
Danny und Nouredinne.
Angelika und Leo.

Ein einziges gewonnenes Doublette würde nun reichen.
Und vielleicht war gerade das die beste Ausgangslage des gesamten Tages.
Denn jeder wusste:
Einer von uns wird das jetzt schaffen.

Am Ende machte es nicht einer.
Sie machten es alle.

Flo und Micha bestätigten erneut ihre außergewöhnlich starke Tagesleistung.
Danny und Nouredinne holten ihren Sieg souverän.

Und Angelika und Leo setzten den Schlusspunkt mit einem Ergebnis, das kaum besser zu diesem Tag hätte passen können:
13:0.

Damit stand es fest.
5:0 gegen Krefeld.
65:18 Kugelpunkte.

Und vor allem:
Aufstieg.

Drei Jahre Anspannung fallen ab

Was danach passierte, hatte mit Tabellen und Kugeldifferenzen nicht mehr viel zu tun.
Umarmungen.
Lachen.
Feuchte Augen.

Nach all den Jahren, in denen eine Kugel, eine Partie oder ein einziger Sieg gefehlt hatte, war es geschafft.

Natürlich sollte einer sofort davon erfahren:

Diego
.

Also Handy raus.
FaceTime.
Keine Antwort.
Noch einmal.
Nichts.

Wirklich überraschend war das im Team allerdings nicht. Diego und sein Handy führen seit Jahren eine Beziehung, die technisch gesehen vermutlich noch etwas Entwicklungspotenzial besitzt.

Und so passte es fast schon wieder.

Der „Papa“ der Mannschaft, der wahrscheinlich am liebsten selbst mitten in der Jubeltraube gestanden hätte, war ausgerechnet in diesem Moment telefonisch nicht zu erreichen.

Gelacht wurde darüber selbstverständlich nicht über Diego, sondern mit ihm – schließlich kennt er seinen Ruf in Sachen Mobiltelefon selbst ziemlich gut.

Auch Soandro Mora

 

fehlte an diesem Tag auf dem Platz. Privat verhindert, aber deshalb keineswegs weniger Teil dieser Geschichte. Über Jahre hinweg war er bei den Ligaspieltagen dabei und hat den Weg dieser Mannschaft mitgetragen.

Dieser Aufstieg gehört deshalb auch den Spielern, die am entscheidenden Tag nicht im Kreis standen.

Ein besonderer Tag für den gesamten Verein

Doch während die erste Mannschaft feiern konnte, kam noch eine zweite Nachricht hinzu.
Auch die zweite Mannschaft hatte ihren entscheidenden Spieltag erfolgreich gestaltet und ihren Aufstieg geschafft.
Die dritte Mannschaft hatte ihren Aufstieg bereits zuvor perfekt gemacht.

Damit gelang etwas Besonderes:

Alle drei Mannschaften von Bonn-Bad Godesberg steigen in derselben Saison auf.

Für einen Verein, der verschiedene Seiten des Pétanque miteinander verbindet, ist das vielleicht die schönste Botschaft dieses Jahres.
In Bad Godesberg stehen Menschen auf dem Platz, die einfach gerne ein paar Kugeln spielen und einen schönen Nachmittag miteinander verbringen wollen.
Und gleichzeitig gibt es Spielerinnen und Spieler, die Pétanque als Leistungssport verstehen, trainieren, Wettkämpfe spielen und sportliche Ziele verfolgen.

Beides gehört zusammen.

Die erste Mannschaft möchte dabei auch Verantwortung übernehmen: sportlich vorangehen, Erfahrungen weitergeben und zeigen, was innerhalb dieses Vereins möglich ist.
Deshalb gehört zu diesem Wochenende nicht nur der Stolz auf den eigenen Aufstieg.
Sondern genauso der Stolz auf Mannschaft zwei und drei.

Und jetzt?

Jetzt dürfen erst einmal die Freudentränen trocknen.
Denn nach mehr als drei Jahren Regionalliga heißt es für Bonn-Bad Godesberg 1 in der kommenden Saison:

NRW-Liga.

Dort wird die Aufgabe größer.
Die Gegner stärker.
Die Fehler teurer.

Aber nach diesem Wochenende wird vermutlich niemand in dieser Mannschaft dorthin fahren, nur um irgendwie die Klasse zu halten.

Denn über der NRW-Liga wartet nur noch eine Ebene.
Die Bundesliga.

Und wer diese Mannschaft kennt, weiß:
Ganz leise wird dieses Wort vermutlich schon irgendwo ausgesprochen.

Aber erst einmal darf gefeiert werden.

Bonn-Bad Godesberg ist aufgestiegen.
Und diesmal fehlte keine Kugel mehr.